Das Waldlabor Köln

Das Waldlabor Köln ist ein Gemeinschaftsprojekt von Toyota, RheinEnergie und der Stadt Köln. Hier sollen neue Gehölze und Waldbilder erforscht werden, die uns Erkenntnisse darüber bringen, wie der Wald der Zukunft aussieht und wie dieser zu bewirtschaften ist. Die Forschungseinrichtung experimentiert auf vier Themenfeldern: dem Wandelwald, dem Energiewald, dem Klimawald und dem Wildniswald.

In dem von Toyota finanzierten Klimawald wurden ausschließlich Arten gepflanzt, die gegen Trockenheit besonders resistent sind. Vor dem Hintergrund der Erderwärmung sollen sie Aufschluss darüber bringen, ob diese Arten künftig eine größere Rolle in unseren Wäldern spielen könnten. Wegen der zunehmenden Nutzung regenerativer Energie spielt der nachwachsende Rohstoff Holz eine immer wichtigere Rolle. Im Energiewald testet die RheinEnergie wie sich ein solcher Wald bewirtschaften und ins Landschaftsbild integrieren lässt.

Auch die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an den Erholungswald ändern sich. Deshalb finanziert die Stadt Köln mit den Spenden aus der Aktion "Ein Wald für Köln" die Aufforstung des Wandelwaldes. Dieser besteht aus unterschiedlichen Baumarten, die zu allen vier Jahreszeiten ein abwechslungsreiches Bild bieten. Für den Wildniswald bleibt eine Fläche der natürlichen Entwicklung überlassen. Dort soll deutlich werden, wie sich unbewirtschaftete Waldflächen ausformen.

Die finanzielle Unterstützung der Toyota Deutschland GmbH, der RheinEnergie AG und Spenden von Bürgerinnen und Bürger für die Aktion "Ein Wald für Köln" haben die Anlage des Waldlabors ermöglicht.

Der Planungsentwurf stammt vom Landschaftsbüro "Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart". Die Stiftung "Lebendige Stadt" beteiligte sich finanziell an der Erstellung des Planungskonzeptes.

Energiewald - Holz als nachwachsende Energiequelle

Im Energiewald (6,3 Hektar) werden besonders schnell wachsende Bäume angebaut, die innerhalb von kurzen Zeitintervallen - etwa alle zwei bis fünf Jahre - geerntet und zu Holzhackschnitzeln verarbeitet werden. Diese können dann zur CO2-neutralen Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt werden. Deshalb sprechen wir auch vom Energiewald.

Energiewälder bieten nicht nur eine Möglichkeit zur regionalen Energieversorgung, sie tragen auch zur Auflockerung der landwirtschaftlichen Flächennutzung bei und bieten zudem einen Lebensraum für Tiere. Gegenüber einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung bedürfen Energiewälder so gut wie keiner Düngung. Im Verhältnis zum Anbau von Feldfrüchten (z. B. Mais oder Weizen) wird der Boden weniger belastet und die anbaubedingten Treibhausgasemissionen vermindern sich deutlich.

Die Holzplantagen sollten allerdings keinen natürlichen Wald verdrängen, weil dieser einen deutlich höheren ökologischen Wert hat und mehr Vielfalt für die Natur bietet.

Baumarten im Energiewald:

Infos zur Initiative

Klimawald - Baumarten im Klimawandel

Die Veränderung des Klimas - mit Hitze in der Vegetationsperiode und der Verschiebung der größten Niederschlagsmengen in das Winterhalbjahr - wirft die Frage auf, welche Baumarten künftig in Stadtwäldern gedeihen. Einige Baumarten werden sich in Zukunft nicht mehr für bestimmte Standorte eignen oder es kommen neue Arten hinzu. Im Klimawald (1,5 Hektar) sollen darüber genauere Erkenntnisse gewonnen werden.

Der Klimawald besteht aus sechs Einarthainen. Diese sind jeweils von einer Baumart geprägt und als quadratische Flächen von 50 mal 50 Metern angelegt. Die ausgewählten Gehölze können zu einer Bereicherung der hiesigen Stadtwälder beitragen, weil sie besonders trockenheitsresistent sind - eine Eigenschaft, auf die es beim erwarteten Klimawandel besonders ankommt. Im Waldlabor testet die Forstverwaltung die Eignung dieser Baumarten unter Kölner Standortbedingungen.

Baumarten im Klimawald:

Infos zur Initiative

Wandelwald - neue Waldbilder

Der Wandelwald (3,7 Hektar) besteht aus ineinanderfließenden Feldern verschiedener Baumarten, die kontinuierlich neue Waldbilder ergeben. Diese weichen deutlich von der gewohnten, unter rein forstlichen Gesichtspunkten zusammengesetzten Gehölzkombination ab.

Der Wandelwald bietet zu allen vier Jahreszeiten ein abwechslungsreiches Bild. Bei der Auswahl der Baumarten spielten einerseits ästhetische Aspekte wie Rindenbildung, Herbstfärbung, Blüte, Wuchs- und Blattform eine Rolle, andererseits das Wachstumsverhalten der jeweiligen Art.

Ein schmaler Rundweg erschließt den Wald in Längsrichtung. Hier kann der Spaziergänger von einem Waldbild zum nächsten wandern und die Veränderungen beobachten, die sich aus der kontinuierlich wechselnden Zusammensetzung der Baumarten ergeben. Der Wandelwald wurde im Rahmen der Aktion "Ein Wald für Köln" mit Hilfe von Spenden aufgeforstet.

Baumarten im Wandelwald:

Infos zur Initiative

Wildniswald

Dieser Teil des Waldlabors bleibt bewusst der natürlichen Entwicklung überlassen. Das soll den Eindruck vermitteln, wie sich Wald entwickelt, der nicht gepflegt und bewirtschaftet wird. Ausgangspunkt für diesen Prozess war zunächst die Einstellung der landwirtschaftlichen Nutzung im Jahr 2012.

Durch die natürliche Verbreitung von Samen siedelten sich sehr schnell Pioniergehölze (Weiden, Birken) und Bergahorn aus dem benachbarten Altwaldbestand an. Im Jahr 2015 wurden auf der Fläche, verteilt in keinen Gruppen, Buchen gepflanzt um die Waldentwicklung hin zur natürlichen Vegetation zu fördern, denn aufgrund der herrschenden Klima- und Bodenbedingungen würde hier von Natur aus ein Buchenwald wachsen. Zur Abschirmung gegen die Autobahn wurde ein Waldrand aus heimischen Sträuchern angelegt.

Insgesamt wurde nur 40 Prozent der Gesamtfläche bepflanzt. Seitdem lassen wir der Natur freien Lauf und beobachten, wie sich der Wald entwickelt. Er bekommt keinerlei Pflege, die die Entwicklung der Bäume unterstützt. Wir durchforsten die Parzelle auch später nicht und entnehmen kein Holz. Man kann gespannt sein zu beobachten, welche Bäume, Sträucher, Gräser und Kräuter sich auf der Fläche ansiedeln. Es wird sich zeigen, welche Arten sich durchsetzen und was passiert, wenn Bäume durch Sturm umstürzen oder durch Schädlingsbefall absterben. Es fragt sich zudem, ob ein Wildniswald etwas für das Auge zu bieten hat oder ungepflegt und unattraktiv wirkt.

Sie können sich selbst davon ein Bild machen, das Betreten der Fläche ist auf eigene Gefahr erlaubt.

Dabei müssen Sie sich an zwei Regeln halten:

  • Hunde anleinen
  • Pflanzen und Tiere in Ruhe lassen.

Denn der Wildniswald kann sich hier nur entwickeln, wenn das Motto “Natur darf Natur bleiben“ gilt.

Infos zur Initiative